
Werner mit viel Freude und Enthusiasmus im Einsatz! (Foto: Monika Schrott)
Wie lange bist du bereits Nationaltrainer im Radball?
1993 war ich das erste Mal mit Gmür/Scherrer an der Junioren EM. Nach einem kurzen Unterbruch seit 1997. Nach dem Rücktritt von Petr Jiricek habe ich die Verantwortung für alle Nationalkader übernommen.
Was hat dich dazu bewogen dieses Amt anzunehmen?
Ich arbeite gerne mit jungen Menschen, habe Radball sehr gerne.
Du bist noch immer mit grossem Herzblut dabei, was reizt dich an diesem Job? Was gefällt dir am besten?
Was mich immer wieder beeindruckt, ist zu sehen, was man mit einer guten Vorbereitung miteinander zustande bringt, wieviel mit einem guten Teamspirit erreicht werden kann, aber auch die Kollegialität untereinander generell, über die Grenzen hinweg, jeder mag es dem anderen gönnen.
Was waren für dich die grössten Herausforderungen nachdem du diesen Job angenommen hattest?
Immer allen gerecht zu werden, den Vereinen, Trainern, Eltern, etc.
Was würdest du als den grössten Erfolg bezeichnen?
Am meisten bedeuten mir die Junioren EM Titel, insbesondere derjenige mit Timon Fröhlich/Yannick Fröhlich, als wir im Final 2019 Eric Lehmann/Tim Lehmann schlagen konnten. Aber auch die WM-Medaillen, welche ich mit Serverin Waibel/Benjamin Waibel holen konnte, erachte ich als sehr wertvoll. Die Voraussetzungen waren nicht immer ganz einfach, als wertvoll erachte ich sie vor allem auch deshalb, wie sie entstanden sind.
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An wie vielen Medaillen warst du beteiligt?
Keine Ahnung, da müsste ich nachzählen,
Wo stehen wir international?
In der Elite gibt es einen Umbruch, da sind wir mit einigen jungen Mannschaften gut unterwegs. Sie müssen jetzt aber die nächsten Schritte noch machen. Bei den Junioren haben wir ein junges Team mit guten Mannschaften. In der U23 haben wir aktuell recht Mühe, da wirkt sich vermutlich auch Corona noch negativ aus.
Wo haben wir Verbesserungspotential?
Das Trainerteam ist recht breit aufgestellt (Remo Sandmeier, Paul Looser, Roman Schneider, Michael Eberhard, Werner Artho). Gute Strukturen für die Zukunft, weiter verbessern, um die Mannschaften optimal vorbereiten zu können. Die Schnittstellen zu den Vereinen (ein Teil funktioniert schon ziemlich gut, bei einem Teil könnte es noch besser gehen) könnten an gewissen Punkten ebenfalls noch verbessert werden. Die Prozesse müssen von den Vereinen mitgetragen werden, bei Bedarf können die Kadertrainer auch unterstützend wirken.
Was siehst du als zukünftige Herausforderungen?
Als grosse Herausforderung sehe ich die Niveauunterschiede Mädchen/Frauen/Junioren/U23/Elite, d.h. das Ziel wäre es, sie so zu mischen, dass alle möglichst optimal gefördert und gefordert werden können. Für die Zukunft müssen wir gute Lösungen kreieren. Innerhalb des letzten Jahres haben sich die Mädchen nicht wie erhofft weiterentwickelt, da müsste langsam ein Sprung kommen, auch um der internationalen Spitze näher zu kommen. Das Training in den Vereinen wird aus meiner Sicht gut gemacht.
Wo siehst du den CH Radball im internationalen Vergleich in 5 Jahren?
Aktuell sind wir im Nachwuchs dünn gesät. Dort muss von den Vereinen unbedingt mehr gemacht werden, wenn wir in 5 Jahren gut dastehen möchten. In der U23 werden wir dann von den guten Mannschten, die aktuell in den Junioren sind, profitieren. Bei der Elite werden wir top unterwegs sein, da haben wir gutes Potential ganz vorne mitzumischen, Als Impuls wäre es gut, wenn wir - wie jetzt hier in Österreich - internationale Wettkämpfe durchführen würden. Nächstes Jahr findet die EM U23 in Liestal statt, eine Junioren EM oder andere internationale Meisterschaften in nächster Zukunft wären sehr gut.
Woran muss aus deiner Sicht gearbeitet werden?
Im Nachwuchsbereich ist das heikle Alter dann, wenn die Jugendlichen in die Lehre kommen. Da gibt es einen Bruch. Wichtig ist es, die Jungen gut zu begleiten und zu unterstützen. Grundsätzlich sind wir auf einem guten Weg. In den Kadern versuchen wir die Trainer gut zu durchmischen, so dass die Athlet*innen immer wieder unterschiedliche Impulse erhalten.
Gibt es etwas, das du noch sagen möchtest?
Ich möchte mich bei allen Kadertrainern bedanken, welche mich in diesen Jahren tatkräftig unterstützt haben, aber auch dem Verband, den Vereinen, den Vereinstrainern. Das Schöne ist, dass miteinander- und nicht gegeneinander gearbeitet wird. Ich möchte mich aber auch bei den Athlet*innen bedanken, welche mir ihr Vertrauen geben. Sehr schätze ich auch die Zusammenarbeit mit Seraina Waibel und Fabienne Hammerschmiddt. Danke auch dir, Marianne, für die jahrelange, gute Unterstützung.
Herzlichen Dank für das Interview!
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Werner Artho im Einsatz an der Junioren EM in Höchst mit Paul Looser, Andri Eberhard, Heikki Schaller (Foto: Marianne Kern).
Interview: Marianne Kern